Geschichte der HWB

1990 war nicht nur das Jahr der deutschen Einheit und des dritten Weltmeistertitels für die deutsche Fußballnationalmannschaft, es war auch das Gründungsjahr der HWB. Kurz vor Weihnachten, am 19. Dezember 1990, beschloss die Stadtverordnetenversammlung die Umwandlung des VEB Gebäudewirtschaft Hennigsdorf in die kommunale Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft mbH.

In unserer Chronik lassen wir einige Meilensteine auf dem seit der HWB-Gründung zurückgelegten Weg noch einmal Revue passieren.

1990

HWB-Wohnblock an der Reinickendorfer Straße im Wohngebiet Nord und das „Gründungs-Logo“.

GRÜNDUNG. Am 19. Dezember 1990 beschließt die Stadtverordnetenversammlung die Umwandlung des VEB Gebäudewirtschaft Hennigsdorf in die Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft mbH. Die Stadt als alleinige Gesellschafterin überträgt die ihr mit dem Einigungsvertrag zugefallenen Grundstücke, Gebäude und die auf den Gebäuden lastenden Schulden auf die HWB.

Die HWB erwirbt vier in der Wendezeit fertig gestellte Neubaublöcke an der Kurt-Weißmann-Straße – der heutigen Albert-Schweitzer-Straße. Zum Jahresende 1990 bewirtschaftet die HWB 1808 Wohnungen – der größte Teil davon im Wohngebiet Nord – sowie 54 Gewerberäume und 47 Garagen.

1991

ERSTE BAUVORHABEN. Das Wohnheim für ältere Bürger im Wohngebiet Nord ist eine der ersten Baustellen der neu gegründeten HWB. Im Mitteltrakt der Wohnanlage Rigaer Straße 30/30a entstehen mehrere moderne Gewerberäume für Arztpraxen und eine Apotheke sowie ein großer Gemeinschaftsraum für die Hausbewohner.

ZUWACHS. Die HWB übernimmt das Wohnheim für ältere Bürger in der Berliner Straße 24 und erwirbt aus dem LEW-Wohnungsbestand einen Elfgeschosser im Stadtzentrum.

Seniorenwohnhaus Berliner Straße 24.

1992

Hochhäuser Stauffenbergstraße und Friedrich-Engels-Straße vor und nach der Modernisierung.

MODERNISIERUNGSSTART. Das Jahr 1992 markiert den Start eines fast zehn Jahre andauernden Modernisierungsmarathons. Die erste Etappe umfasst gut 1000 Wohnungen im Wohngebiet Nord, an der Forststraße, in den Hochhäusern Friedrich-Engels-Straße 4 und Stauffenbergstraße 13 sowie an der Kirchstraße.

Zur Finanzierung der Baumaßnahmen stellt die Investitionsbank Brandenburg der HWB Kredite in Höhe von 30,4 Millionen Mark und Zuschüsse aus dem Förderprogramm „Gemeinschaftswerk Aufschwung Ost“ in Höhe von 5,4 Millionen Mark bereit.

1993

1477 STAHLWERKSWOHNUNGEN.Die HWB trifft eine wirtschaftlich und wohnungspolitisch weitreichende Entscheidung. Gemeinsam mit der Landesentwicklungsgesellschaft Brandenburg (LEG) kauft das Unternehmen den Wohnungsbestand des in Liquidation befindlichen Hennigsdorfer Stahlwerkes. 1477 Wohnungen – darunter die Aktivistensiedlung und die Werkssiedlung Marwitzer Straße – werden dauerhaft für die soziale Wohnraumversorgung gesichert.

Die Kosten für die Instandsetzung und Modernisierung der Stahlwerkswohnungen werden auf 100 Millionen Mark beziffert.

Die Anfang der 1950er Jahre errichtete Aktivistensiedlung ist zum Zeitpunkt des Kaufes stark sanierungsbedürftig.

1994

DER ERSTE NEUBAU. Anfang des Jahres wird die Baugrube für den ersten HWB-Neubau ausgehoben. An der Fontanestraße/Ecke Krumme Straße entsteht ein Mehrfamilienhaus mit 44 Sozialwohnungen (1. Förderweg).

1995

DIE MODERNISIERUNG GEHT WEITER. In der Stahlwerkssiedlung Marwitzer Straße beginnen umfangreiche Modernisierungsarbeiten.

Im Wohngebiet Nord bekommen die beiden Würfelhäuser Rigaer Straße 5/5a im Zuge der Modernisierung ihre markante „Mondrian-Fassade“.

Ende 1995 ist die Modernisierung des gesamten HWB-Wohnungsbestand im Wohngebiet Nord geschafft.

Piet Mondrian (1872-1944) – niederländischer Maler der klassische Moderne – stand bei der Fassadengestaltung Pate.

1996

AUSGEZEICHNET. Bei der Modernisierung der Stahlwerkssiedlung Marwitzer Straße demonstriert die HWB beispielhaft, dass denkmalgerechte Modernisierung und sozialverträgliche Mieten miteinander vereinbar sind. Die Landesregierung würdigt das Projekt mit dem Brandenburgischen Bauherrenpreis 1996 „Hoher Wohnwert – Geringe Kosten“.

Für das Preisgeld erwirbt die HWB die von der Bildhauerin Marguerite Blume-Cárdenas geschaffenen Plastik „Sommernachtstraum“.

Beispielhafte Modernisierung: Stahlwerkssiedlung Marwitzer Straße.

Kunst fürs Quartier: Sommernachtstraum im Hof der Marwitzer Straße.

1997

Reihenhaussiedlung Am Waldrand. 

SCHAFFUNG VON WOHNEIGENTUM.‌ Mit dem Bau und der Vermarktung von Wohneigentum begibt die HWB sich auf neues Terrain. Im Frühjahr beginnt das Unternehmen mit der Erschließung des Baulandes für die Reihenhaussiedlung Am Waldrand. Im August wird der Grundstein für den ersten 1. Bauabschnitt mit 40 Reihenhäusern gelegt.

BESTANDSMODERNISIERUNG. Im Sanierungsgebiet Historischer Dorfkern wird die Anfang der 1940er Jahre errichtete Wohnanlage Berliner Straße/Seilerstraße modernisiert.

1998

MODERNISIERUNG UND NEUBAU. Im Klingenbergviertel und in der Aktivistensiedlung starten umfangreichen Bauarbeiten zur Instandsetzung und Modernisierung der beiden Quartiere. Um die Erhaltung der stark sanierungsbedürftigen Aktivistensiedlung wirtschaftlich darstellen zu können, werden die Bestandsgebäude durch Wohnungsneubauten ergänzt.

Im Ortsteil Nieder Neuendorf entsteht mit den Havelvillen der erste frei finanzierte Mietwohnungsneubau der HWB. Die beiden leerstehenden „Elefantenhäuser“ am Trifftweg werden generalüberholt und wieder bewohnbar gemacht.

IN NEUEM GEWAND. Anfang Oktober bezieht die HWB ihren neuen Geschäftssitz im frisch sanierten Stadtklubhaus, präsentiert der Öffentlichkeit ein neues Firmen-Logo und schaltet die Homepage frei. Einige Monate zuvor ist bereits die erste Ausgabe des HWB-Journals erschienen.

Aktivistensiedlung: Im Zuge der Sanierung wurden die alten überdimensionierten Treppenhäuser abgerissen und durch Neubauten ergänzt.

Saniertes „Elefantenhaus“ am Triftweg in Nieder Neuendorf.

Aktivistensiedlung: Im Zuge der Sanierung wurden die alten überdimensionierten Treppenhäuser abgerissen und durch Neubauten ergänzt.

Saniertes „Elefantenhaus“ am Triftweg in Nieder Neuendorf.

1999

QUARTIERS- UND STADTENTWICKLUNG. Als Ergänzung und Tor zur Aktivistensiedlung errichtet die HWB an der Marwitzer Straße/Ecke Fontanesiedlung ein modernes Wohn- und Geschäftshaus. Die Mittelbrandenburgische Sparkasse eröffnet hier ihre neue Hennigsdorfer Geschäftsstelle.

Im Klingenbergviertel schließt die HWB die denkmalgerechte Instandsetzung und Modernisierung von 175 Wohnungen ab.

2000

AKTIVISTENSIEDLUNG. Nach 22 Monaten Bauzeit feiert die HWB am 12. Juli mit Bewohnern und Gästen die gelungene Revitalisierung Quartiers.

QUARTIERSENTWICKLUNG COHNSCHES VIERTEL. Nach endgültiger Klärung von Rückübertragungsansprüchen steht der Modernisierung und Weiterentwicklung der größten Hennigsdorfer Werkssiedlung nichts mehr im Wege. Die Ergänzung von Neubauten mit senioren- und familiengerechten Wohnungen sowie die Nutzung von Solarwärme sind Bausteine des Entwicklungskonzeptes. Am 27. November legen HWB-Geschäftsführer Holger Schaffranke und Bürgermeister Andreas Schulz den Grundstein für das Solarhaus, den ersten Neubau im Cohnschen Viertel.

Aktivistensiedlung: Neubau und Modernisierung.

Cohnsches Viertel: Grundsteinlegung für das Solarhaus.

Aktivistensiedlung: Neubau und Modernisierung.

Cohnsches Viertel: Grundsteinlegung für das Solarhaus.