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Patentrezepte gibt es nicht

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Die HWB will das Image des Quartiers Albert-Schweitzer- Straße verbessern und setzt dabei auch auf die Unterstützung engagierter Bewohner

Auf Empfehlung ihres Aufsichtsrates hat die HWB den Rückbau der Müllschleuse
im Quartier Albert-Schweitzer-Straße vorerst aufgeschoben. „Die AWU-Zahlen für das Jahr 2004 haben uns bewogen, diesen Schritt bis zum Jahresende noch einmal aufzuschieben“, erklärt HWB-Geschäftsführer Holger Schaffranke. Denn die Bilanz der AWU für das Quartier fiel erheblich besser aus, als die massiven Probleme mit falsch entsorgtem Müll vermuten ließen. Trotz der starken Vermüllung der gelben Tonnen und den damit verbunden Kosten sind auch an diesem Standort die Müllkosten insgesamt deutlich gesunken, erläutert Sabine Kostorz von der AWU. „Wenn wir die Entwicklung der Müllgebühren vernachlässigen, liegen die Kosten um 25 Prozent unter denen des Vergleichsjahres 2002.“

Zudem hat die Abrechnung ergeben, dass nur acht der 170 Haushalte des Quartiers die Müllschleuse komplett boykottiert und ihren gesamten Müll in oder neben den gelben und blauen Containern entsorgt haben.

Finanzielle Vorteile ziehen die Müllsünder aus ihrem Verhalten allerdings kaum, rechnet Frau Kostorz vor. „Die Fixkosten für die Müllschleuse zahlen nämlich alle Haushalte, egal ob sie die Schleuse nutzen oder nicht.“ Und diese Fixkosten sind zusammen mit der Grundgebühr der größte Rechnungsposten. Zudem zahlen die Müllsünder natürlich auch einen Anteil für die vermüllten Wertstoffcontainer. Unterm Strich ist der Schleusenboykott also nicht nur Ausdruck von Ignoranz und Missachtung der Nachbarn, er zahlt sich auch nicht wirklich aus.

„Akzeptieren wollen wir dieses Fehlverhalten zu Lasten aller Mitbewohner aber nicht“, erklärt der HWB-Geschäftsführer, „es stört das Zusammenleben in dem Quartier und belastet den zuständigen Hauswart über Gebühr.“ Daher werde die HWB sich noch einmal mit jedem Müllsünder auseinandersetzen und auf einer Änderung der Situation bestehen.

Die Probleme mit der Müllschleuse sind aber auch ein Indiz dafür, dass in dem
Quartier Albert-Schweitzer-Straße nicht alles so läuft, wie es sich die HWB wünscht. Latente Nachbarschaftskonflikte zwischen unterschiedlichen Nationalitäten und Generationen, fehlende Rücksichtnahme und mangelnde
Toleranz erschweren hier das Zusammenleben. „Deshalb haben wir die Albert-Schweitzer-Straße zu einem Schwerpunktstandort erklärt“, sagt Holger Schaffranke. Konkret bedeut dies, dass die HWB in einem ersten Schritt die Situation analysieren wird und auf Grundlage der gewonnen Daten ein Konzept
zur Stabilisierung des Quartiers erarbeiten und schrittweise umsetzen wird. „Das ist sicherlich keine Aktion, die von jetzt auf gleich zu nachhaltigen Veränderungen führen wird“, dämpft Holger Schaffranke zu große Erwartungen, „wir werden Ausdauer und vor allem die Unterstützung engagierter Bewohner brauchen“.

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