www.wohnen-in-hennigsdorf.de

Neue Farben für eine alte Dame

Ihre Bewertung: Keine
Die Kirche Nieder Neuendorf – Hennigsdorfs ältestes Gebäude – bekommt einen neuen Anstrich. Dafür sucht die Kirchgemeinde noch weitere Geldgeber

Nach dem Weihnachtsgottesdienst kommen die Maler. Gut acht Jahre nach der Sanierung von Dachstuhl und Turmgebälk soll die alte Dame – so nennt die evangelische Kirchengemeinde ihr Gotteshaus in Nieder Neuendorf – einen neuen Anstrich bekommen. Nicht zum ersten Mal. Seit ihrem Bau Ende des 15. Jahrhunderts hat sich das Gesicht der Kirche mehrfach verändert. Über die Jahrhunderte wurde angebaut und aufgestockt und die Einrichtung des Gotteshauses der Zeit und dem Zeitgeist angepasst. So schmücken beispielsweise die bleigefassten Fenster mit ihrer christlichen Symbolik erst seit Ende der 1940er Jahre den Kirchenraum. Spuren und Artefakte aus mehreren Jahrhunderten finden sich heute neben- und übereinander in der Kirche.

 

Seinen letzten Innenanstrich bekam das Haus 1990. „Leider mit der falschen Farbe“, sagt Pfarrerin Barbara Eger. Nicht der Farbton – ein zartes Rosé – sei das eigentliche Problem, sondern die Eigenschaft der Farbe. Die massiven Kirchenwände aus Feld- und Backsteinen können unter der Farbschicht nicht mehr atmen und keine Feuchtigkeit aufnehmen. Im Winter tropfe Kondenswasser von der Decke und manchmal sei die Orgel so verquollen, dass sie ihren Dienst versage, beschreibt Barbara Eger die Folgen der missglückten Renovierung.

Dieses Problem soll jetzt gelöst werden. Farbschicht für Farbschicht hat ein Restaurator die übermalte Vergangenheit der Kirche untersucht und in Abstimmung mit dem Denkmalschutz ein Farb- und Gestaltungskonzept entwickelt. Dabei fiel die Wahl nicht auf die Anfangsjahre der Kirche, sondern auf die Farbigkeit der 1920er Jahre: Das Kirchenschiff, die hölzerne Kanzel, das Gestühl und die beiden Emporen sollen in erdigen Braun- und Beigetönen gemalert werden.

Einige Gemeindemitglieder seien von dieser „zurückhaltenden“ Farbigkeit wenig angetan, räumt Pfarrerin Eger diplomatisch ein. Sie selber hätte sich durchaus auch ein bisschen mehr Farbe vorstellen können. Trotzdem freue sie sich darauf, die alte Dame bald in neuen Farben sehen zu können – zumal es einen farbigen Kontrapunkt im Kirchenraum geben wird.

Wie schon in den 1920er Jahren soll auf der Giebelwand hinter dem Altar ein mit stilisierten Blättern umranktes, ganz in blau gehaltenes Fenster aufgemalt werden.

Zur Finanzierung dieses sogenannten Scheinfensters hat die HWB der Kirchgemeinde 5000 Euro gespendet.

Bis dieses Fenster ein bisschen Himmel in die Kirche bringen wird, braucht es aber noch Zeit. Etwa ein halbes Jahr hat der Restaurator für die erforderlichen Arbeiten veranschlagt. Vor allem die jetzige Farbe zu entfernen und die darunterliegenden Farbschichten denkmalgerecht zu sichern, kostet Zeit und Geld.

Rund 150 000 Euro wird die Renovierung des ältesten Hennigsdorfer Bauwerkes kosten, deutlich mehr als ursprünglich kalkuliert. Allein könne die 700 Mitglieder zählende Gemeinde das nicht stemmen, räumt Barbara Eger ein. Dank der vielen kleinen und großen Spenden können die Renovierungsarbeiten jetzt aber endlich beginnen. Und ab Sommer, hofft Barbara Eger, gibt es wieder Gottesdienste in der neuen alten Dame.

 

Da soll es hin. Auf der Giebelwand hinter dem Altar werde ein aufgemaltes Fenster für etwas mehr Farbe im Kirchenraum sorgen, erklärt Pfarrerin Barbara Eger.

Noch hat die Kirchgemeinde die veranschlagten Baukosten nicht zusammen und bittet daher um weitere Spenden. Sie können die Renovierung auch durch den Kauf der vom Gemeindechor „3Klang“ eingespielten CD „Auftakt“ unterstützen. Die CD ist für 7,50 € in der Stadtinformation oder in der Bücherstube in der Havelpassage erhältlich.

 

Spendenkonto

Evangelische Kirchengemeinde

IBAN: DE79 2106 0237 0018 5921 45

 

BIC: GENODEF1EDG

 

 

Loggen oder registrieren um einen Inhalt zu taggen