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Money makes the world go round

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Der FC 98 beschreitet professionelle Wege bei der Suche nach Sponsoren.

Blau und Rot: Bei den Vereinsfarben gibt es zwischen dem FC 98 Hennigsdorf und den Bayern aus München keinen Unterschied. Ansonsten liegen (noch) Welten zwischen beiden Fußballvereinen. Das gilt nicht nur für die Spielklasse, sondern auch für die finanzielle Ausstattung der Vereine. Allein der Rüsselsheimer Hauptsponsor der Bayern lässt es sich 10 Millionen Euro kosten, dass Kahn & Co. den Namen des Autobauers auf ihren Trikots präsentieren. Von solchen Summen kann der Hennigsdorfer Fußball zur Zeit nicht einmal träumen.

Ohne Sponsorengelder läuft aber auch beim FC 98 fast nichts. Zur professionellen Vermarktung des Vereins gründeten der Hennigsdorfer Unternehmer Lutz Weimann und der Sportwissenschaftler Matthias Senger im September 2000 die Marketing & Sponsoring-Service GbR. Das HWB-Journal sprach mit beiden Firmengründern.

HWB-Journal: Was sind die Hintergründe der Firmengründung?
Lutz Weimann: In der ersten Halbserie der letzten Saison stand die erste Männermannschaft im Tabellenkeller. Der Abstieg aus der Verbandsliga hätte für Hennigsdorf aber ein Debakel bedeutet. Es gab viele Ursachen für die schlechten Leistungen. Eine war das Geld, oder besser das fehlende Geld. Auch im reinen Amateurfußball braucht man Geld, nicht nur für den Spiel- und Trainingsbetrieb des Vereins, sondern auch um gute Spieler an die Mannschaft zu binden. Ohne Geld geht das heute nicht mehr.

HWB-Journal: Und dieses Geld soll die Marketing & Sponsoring-Service GbR bei Sponsoren einwerben? Warum macht der Verein das nicht wie in der Vergangenheit allein?
Lutz Weimann:
Das hat zuallererst steuerliche Gründe. Als gemeinnütziger Verein kommt der FC 98 in den Genuss bestimmter Steuervergünstigungen. Diese verliert er aber, wenn die Einnahmen aus dem wirtschaftlichen Betrieb ein bestimmtes Volumen übersteigen. Deshalb hat der Wirtschaftsrat des FC 98 dem Verein empfohlen, den Weg über die Sponsoring GbR zu gehen. Dieses Modell bietet zudem den Vorteil, dass sich jemand mit seiner ganzen Arbeitskraft um das Vereinsmarketing kümmern kann. Denn ehrenamtlich oder nebenberuflich kann man diesen Job eigentlich nicht machen, dazu kostet er zu viel Zeit.

HWB-Journal: Sie haben also die Sponsorensuche für den FC 98 zu ihrem Beruf gemacht?
Matthias Senger: Für die Zukunft ist es so gedacht. Perspektivisch soll sich der Marketing & Sponsoring-Service zu einem selbsttragenden Unternehmen entwickeln. Zur Zeit kann aber noch niemand von der Firma leben. Ende des Jahres wird sich Lutz Weimann aus der Firma zurückziehen. Es war von Anfang an so geplant, dass er mir in der Gründungsphase mit seinen Erfahrungen und Verbindungen als Unternehmer zur Seite steht.

HWB-Journal: Welche Ergebnisse kann die Firma vorweisen?
Lutz Weimann: Die ersten Schritte der GbR waren schwierig, trotzdem haben wir eine Menge erreicht. Für die Sponsorenakquise haben wir eine Broschüre hergestellt, in der wir den Verein und die ganze Palette der Werbemöglichkeiten vorstellen. Layout und Druck dieser Broschüre haben übrigens auch Sponsoren bezahlt. Pünktlich zum Start der Rückrunde konnten wir außerdem das Vereinsmaskottchen präsentieren. Sein erster Auftritt im Stadion lief leider nicht so wie geplant, zum Glück hat das aber niemand gemerkt. Beim nächsten Heimspiel läuft es garantiert besser.

HWB-Journal: Was sind ihre Ziele für das laufende Jahr?
Matthias Senger: Zur Zeit hat der FC 98 rund 40 Sponsoren, die mit Geld- oder Sachleistungen die Vereinsarbeit unterstützen. Für die nächste Saison wollen wir zehn neue Partner gewinnen. Angesichts der schwierigen Wirtschaftssituation erfordert es aber viel Überzeugungsarbeit und Fingerspitzengefühl, Unternehmen für ein Engagement beim Verein zu begeistern. Sollte der ersten Männermannschaft der angestrebte Aufstieg in die Oberliga gelingen, hätten wir ein gutes Argument mehr auf unserer Seite.

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