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Mietspiegel 2016: Mit steigender Tendenz

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Größere Wohnungsnachfrage lässt Mieten im Schnitt um vier Prozent steigen. Vor allem für kleine und große Wohnungen haben die Preise angezogen.

Mietspiegel Henningsdorf 2016

Die vollständige Mietspiegel-Broschüre finden Sie auf der Internetseite der Stadt.

In Hennigsdorf wohnt es sich gut, das sehen nicht nur alteingesessene Lokalpatrioten so. Schon seit einigen Jahren ziehen mehr Menschen in die Stadt als aus ihr fort.

Dieser positive Trend ist nicht ohne Einfluss auf den Wohnungsmarkt geblieben, wie der seit 1. April gültige neue Mietspiegel belegt.

Im Vergleich zur Datenerhebung von 2014 gäbe es in Hennigsdorf teilweise deutliche Mietsteigerungen, erklärt Dr. Michael Clar, Geschäftsführer des Forschungsinstituts F+B und Autor des Mietspiegels. Im Durchschnitt seien die Mieten um rund vier Prozent ge­stiegen. Zwischen den im Mietspiegel erfassten unterschiedlichen Größen- und Baualtersklassen gibt es aber deutliche Unterschiede. Insbesondere kleine (bis 40 m2) und große (ab 80 m2) Wohnungen seien gefragt und im Preis gestiegen, erklärt Dr. Clar.

Höhere Mieten sind aber nur zum Teil die Folge der größer gewordenen Wohnungsnachfrage.

Im Bestand der HWB sind höhere Mieten in der Regel mit einer Verbesserung des Wohnwertes verbunden. Als Beispiele nennt HWB-Geschäftsführer Holger Schaffranke die Hochhäuser und das Klingenbergviertel. In den Hochhäusern hat die HWB in den letzten vier Jahren etwa ein Viertel aller Apartments umfassend saniert und mit modernen Einbauküchen ausgestattet. Im Klingenbergviertel haben 99 Wohnungen einen Balkon bekommen. „Um kostendeckend wirtschaften zu können, muss die HWB einen Teil der Modernisierungskosten auf die Miete umlegen,“ erklärt Holger Schaffranke. Und das spiegelt sich dann auch im Mietspiegel wieder.

Dass die Wohnungsnachfrage insgesamt angezogen hat, kann auch die HWB bestätigen. Etwa zehn Prozent des HWB-Bestandes – also rund 300 Wohnungen – werden jedes Jahr frei und wieder neu vermietet. „Es wird aber schwieriger, jede Nachfrage passgenau zu bedienen“, erklärt Holger Schaffranke. Vor allem kleine und preiswerte 2-Raum-Wohnungen, die auch für Transferleistungsempfänger geeignet sind, werden zunehmend knapper. Hinzu kommt, dass die HWB sich verstärkt auch bei der Unterbringung anerkannter Flüchtlinge engagiert. „Bei uns finden auch Menschen eine Bleibe, die bei anderen Vermietern kaum eine Chance haben“, betont der HWB-Geschäftsführer.

Größere Leerstände, die kurzfristig für Entlastung auf dem Wohnungsmarkt sorgen könnten, gibt es in Hennigsdorf nicht. Daher hat die HWB bereits Anfang 2015 – nach mehr als einem Jahrzehnt Wohnungsbauabstinenz – mit den Planungen für 20 neue Wohnungen begonnen. Bis Mitte nächsten Jahres entstehen zwischen Feld- und Forststraße unter dem Projektnamen Himbeerblock+ zwei viergeschossige Mehrfamilienhäuser.

Die Mieten für die Neubauwohnungen mit Aufzug, Balkon oder Terrasse und Fußbodenheizung werden bei neun Euro liegen. „Nur mit Mieten in dieser Größenordnung können wir den Neubau finanzieren“, erklärt Holger Schaffranke. „Wir bauen hier keineswegs Luxuswohnungen, sondern senioren- und familiengerecht.“ In einer Stadt wie Hennigsdorf mit einem vergleichsweise hohen Anteil an Menschen jenseits der Fünfundsechzig sind seniorengerechte Wohnungen mit Aufzug und Balkon, die auch bei eingeschränkter Mobilität ein selbstbestimmtes Wohnen erlauben, wichtig.

„Das große Interesse an den neuen Wohnungen noch vor dem ersten Spatenstich ist ein deutlicher Beleg dafür, dass diese Wohnungen gebraucht werden“, betont Holger Schaffranke. Jede neue Wohnung bringt Entlastung für den Wohnungsmarkt.

 

Mietpreisbremse für Hennigsdorf

Um den rasanten Anstieg der Angebotsmieten vor allem in den boomenden Groß- und Universitätsstädten zu dämpfen, hat die Bundesregierung letztes Jahr die Möglichkeit geschaffen, in angespannten Wohnungsmärkten die Mietpreisbremse zu ziehen. In diesem Fall darf bei Abschluss eines neuen Mietvertrages für eine Bestandswohnung deren Miete die orstübliche Vergleichsmiete (Mietspiegel) um maximal zehn Prozent überschreiten. Für Neubauwohnungen und bei Modernisierungen gilt die Regelung nicht.

Seit Anfang des Jahres gilt die Mietpreisbremse auch für Hennigsdorf. Auf die Preispolitik der HWB wird sie keinen Einfluss haben. Schon bisher hat die HWB sich bei der Neuvermietung am Mietspiegel orientiert und nur in begründeten Ausnahmefällen (Modernisierung oder Erhöhung des Wohnkomforts) eine höhere Miete festgelegt. „Unsere Unternehmenspolitik ist auf eine kostendeckende Bewirtschaftung und Pflege des Wohnungsbestandes ausgerichtet“, erklärt HWB-Geschäftsführer Holger Schaffranke, „nicht auf Gewinnmaximierung.“ 

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