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HWB-Expertise „Alter(n) in der Stadt Hennigsdorf“

Ihre Bewertung: Keine

Die wichtigsten Ergebnisse

Alles in Allem bewerten über 80 Prozent der Befragten ihre gegenwärtige Wohnung als gut oder sehr gut. Verbesserungswünsche beziehen sich vor allem auf altersabhängige Ausstattungsdetails. Seien es der Austausch einer Badewanne gegen eine Dusche, Zweifel an der Sicherheit der Wohnungstüren der zu hohe Türschwellen.

Dass die meisten der Interviewten mit ihrer Wohnsituation insgesamt zufrieden sind, belegt auch deren geringe Umzugsneigung. Fast 90 Prozent verneinen die Frage nach konkreten Umzugsabsichten. Ein Altersheim als Wohnalternative ziehen gar nur fünf der 168 Befragten in Betracht.

Ihr Wohnumfeld und -quartier bewerten 76,1 Prozent der Befragten als gut oder sehr gut. Knapp 30 Prozent geben an, dass sich die Qualität in den letzten drei Jahren verbessert hat. 9,5 Prozent der Interviewten sehen hingegen eine Verschlechterung. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei der Beurteilung der Versorgungsmöglichkeiten und der Infrastruktur. Vor allem das Fehlen von Ärzten und Läden in der Nachbarschaft, schlechte Busverbindungen und fehlende
alters- und behindertengerechte Zugänge sind häufig genannte Kritikpunkte.

Der Sicherheit in ihrem Wohngebiet geben nur 61,3 Prozent der interviewten Mieter gute oder sehr gute Noten – obwohl bislang niemand der Befragten Opfer eines gewalttätigen Übergriffs war. Man müsse aber auch dieses subjektive Unsicherheitsgefühl ernst nehmen, sagt Thomas Knorr-Siedow vom IRS. „Denn unabhängig von der objektiven Sicherheitslage mindert Angst die Lebensqualität ganz erheblich.“

Das Serviceangebot der HWB beurteilten 44,1 Prozent der Befragten als gut oder sehr gut. Besonders auffällig ist hier die große Zahl derjenigen, die keine Angaben machen. Was wohl auch davon zeugt, dass der Gedanke, Dienstleistungen zu nutzen, in der „Servicewüste Deutschland“ nicht selbstverständlich ist. Auf die Frage nach zusätzlichen Serviceangeboten äußerten 15,5 Prozent der Befragten unter anderem den Wunsch nach einer Concierge.

Als Reaktion auf diese recht hohe Nachfrage und um die Akzeptanz von Dienstleistungsangeboten zu testen, hat sich die HWB entschlossen – vorbehaltlich der Förderung durch das Arbeitsamt – kurzfristig zwei Concierge-Stellen für ihre altersgerechten Wohnhäuser zu schaffen.

Die Finanzierung der beiden Stellen soll sowohl über das Arbeitsamt als auch über die Mieter erfolgen. Der HWB-Geschäftsführer rechnet mit zusätzlichen Betriebskosten von monatlich acht bis 13 Pfennig pro Quadratmeter Wohnfläche.

Das wohl wichtigste Fazit der Expertise klingt banal: „die Alten“ gibt es gar nicht. Nicht alle Senioren stellen die gleichen Ansprüche an ihre Wohnung. Außerdem verändern sich diese mit steigendem Alter und zunehmender Hilfebedürftigkeit. Daher müssen Wohnungen vor allem flexibel sein. Zusätzlich sollte altengerechtes Wohnen auch ein breites Dienstleistungsangebot für verschiedene Altersgruppen umfassen. Seien es Informationsangebote zur Wohnungsanpassung, Freizeitangebote und -treffpunkte im Quartier bis hin zu Pflegeangeboten in der Nachbarschaft.

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