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Hochhäuser sind für altersgerechtes Wohnen ungeeignet

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Das Thema „Wohnen im Alter“ beschäftigt längst nicht mehr nur die HWB oder die anderen Akteure auf dem Hennigsdorfer Wohnungsmarkt. Initiativen, Vereine und Parteien nehmen sich der Frage an, wie und in welchem Umfang an altersgerechten Wohnraum schaffen und den Bedarf befriedigen kann. Als Reaktion auf den Hennigsdorfer Altenplan entstand in der Stadtverordnetenversammlung unter anderem die Idee, die drei HWB-Hochhäuser an der Friedrich-Engels-Straße und Stauffenbergstraße in altersgerechte Wohnhäuser umzugestalten. Nach Meinung der HWB sprechen eine Reihe baulicher, ökonomischer und wohnungspolitischer Argumenten gegen eine Umnutzung.

So sind die Hochhäuser aus technischen und architektonischen Gründen kaum für den Umbau in altersgerechte Wohnblöcke geeignet. Mit einer Größe von 34 Quadratmetern entsprechen die Wohnungen nicht mehr den heutigen Wohnbedürfnissen und Wünschen älterer Mieter, wie die HWB aus eigenen Erfahrungen und Umfragen weiß. Grundrissveränderungen und die damit verbundenen Eingriffe in die Strukturen der Blöcken sind aber nicht möglich. Selbst der Einbau breiterer, schwellenloser Türen oder ebenerdiger Duschen lässt sich in den kleinen Wohnungen nicht realisieren.

Die für eine altersgerechte Ausstattung erforderlichen umfangreichen Baumaßnahmen hätten außerdem zur Folge, dass die fast 30 Jahre alten Hochhäuser ihren Bestandsschutz verlieren würden. Konkret heißt das, jeder Block ist mit einem zweiten Treppenhaus auszustatten, was einen großen finanziellen Aufwand bedeutet.

Die Qualität altersgerechter Wohnangebote ist aber nicht nur eine Frage von Wohnungsgröße und -ausstattung, sondern auch von der vorhandenen Infrastruktur abhängig. Auf Grund ihrer zentralen Lage bieten die Hochhäuser an sich gute Voraussetzungen für altersfreundliche Wohnungen. In den Blöcken selbst fehlt es aber an notwendigen Räumen für Service-Einrichtungen wie einen Pflegedienst oder an Gemeinschaftsräumen. Zudem befördern Hochhäuser mit
ihrer Wohnungsanordnung die oft beklagte Vereinsamung und Anonymisierung im Alter. Eine homogene Mieterstruktur würde diesen Prozess noch unterstützen. Die heute immer wieder auftretenden Konflikte zwischen Jung und Alt ließen sich so allerdings vermeiden.

Bei allen unbestreitbaren Problemen ist die strikte Separierung der Generationen
aber nach Meinung der HWB keine Alternative. Probleme sollten möglichst am Ort gelöst werden. Einen Ansatz dazu bietet das von der Stadtverwaltung Hennigsdorf in Kooperation mit der Camino gGmbH initiierte Fortbildungs- und
Trainingsprogramm zur Stärkung einer demokratischen und toleranten Nachbarschaftskultur.

Schließlich gilt es zu bedenken, dass die Hochhäuser für viele junge Hennigsdorfer oder Bürger mit geringem Einkommen die einzige Möglichkeit bieten, eine preiswerte Wohnung in zentraler Lage zu mieten. In absehbarer Zeit wird sich durch die weitere Sanierung von Altbauwohnungen – vor allem im Cohnschen Viertel – der Bestand sehr preiswerter Wohnungen im Hennigsdorfer Stadtzentrum weiter verringern. Daher sollten aus Sicht der HWB die Hochhäuser auch in Zukunft allen Hennigsdorfern als Wohnalternative zur Verfügung stehen.

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