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Grenzenlos musizieren

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In der Hennigsdorfer Musikschule steht mehr als nur Geigenunterricht auf dem Lehrplan

Bis auf den letzten Stuhl war der große Saal des Stadtklubhauses beim letzten Weihnachtskonzert der Hennigsdorfer Musikschule gefüllt. Bei rund 1200 Musikschülern ist es kein Wunder, dass die Sitzgelegenheiten für die stolzen Eltern und Großeltern knapp werden – auch wenn längst nicht alle jungen Talente an dem abwechslungsreichen Programm mitwirken konnten. Ob die kleinen Balletttänzerinnen, der Thursday Night Music Club oder die Percussionsgruppe, alle Solisten und Ensembles begeisterten das Publikum mit überzeugenden Leistungen.

Nicht nur die applaudierenden Eltern sind Beleg für die hervorragende Arbeit der 28 Lehrer der Hennigsdorfer Musikschule. Auch das brandenburgische Kulturministerium bestätigte offiziell das hohe fachliche Niveau der Ausbildung. Seit September letzten Jahres darf das Haus den Titel „Anerkannte Musikschule im Land Brandenburg“ führen. Zeit, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, gönnt sich aber niemand in der Musikschule.

Stand im letzten Jahr die Projekt- und Ensemblearbeit im Vordergrund, sieht Musikschuldirektor Ronny Heinrich in diesem Jahr „das Bauen am Fundament“ als vorrangige Aufgabe. Dazu zählt neben dem Instrumentalunterricht und der musiktheoretischen Ausbildung auch der Elementarunterricht in den Hennigsdorfer Kitas. „Wir wollen schon die Jüngsten schrittweise an die Musik heranführen und Begeisterung wecken“, umreißt Rolf-Peter Büttner, Musiklehrer und Leiter des Percussionsgruppe, die Ziele des Ausbildungszweiges. Von Musikpädagogen inspiriert, machen die Kita-Kinder bei der musikalischen Früherziehung ihre ersten spielerischen Erfahrungen mit Tönen, Instrumenten und rhythmischer Bewegung.

Sind die Kinder aus dem Kita-Alter herausgewachsen, lernen sie Töne zu unterscheiden und machen Bekanntschaft mit verschiedenen Musikinstrumenten. So fällt es dem musikalischen Nachwuchs später dann etwas leichter, sich für das richtige Instrument zu entscheiden.

Je früher sie die Wahl treffen und sich für den Unterricht anmelden, um so besser. „Gerade in den klassischen Fächern Gitarre, Klavier oder auch Keyboard und Schlagzeug“, sagt der Musikschul-Chef, „haben wir lange Wartelisten“. Wartezeiten bis zu zwei Jahren sind keine Seltenheit. Wer sich fürs Trompeten begeistern kann, muss sich zur Zeit nicht so lange gedulden. „In dieser Klasse haben wir gerade noch zwei freie Plätze“, wirbt Ronny Heinrich.

Anders als es der Name vielleicht vermuten lässt, ist der musikalische Elementarunterricht aber nicht nur für die Jüngsten konzipiert. „Wir vermitteln auch Eltern oder Großeltern musikalische Grundlagen“, sagt Rolf-Peter Büttner. Kursteilnehmer dieser Altersklasse sind an der Musikschule aber in der Minderheit. Unter den rund 1200 Musik-, Ballett-, Tanz- und Zeichenschülern zählen nur etwa 50 zur Altersklasse der Erwachsenen.

Ob Senior oder Junior – wer sich über seine künstlerischen Fähigkeiten und Ambitionen unklar ist, kann sich in diesem Jahr beim Tag der offenen (Musikschul-)Tür wieder Anregungen holen. Gemeinsam mit der HWB laden am 22. Juni 2002 die Ensemble und Zirkel der Musikschule zum Informieren, Ausprobieren und Zuhören ins Stadtklubhaus ein. „An diesem Tag ist voraussichtlich auch ein ghanaischer Musiker mit von der Partie“, sagt Rolf-Peter Büttner. Wenn alles wie geplant läuft, kann die Musikschule in dieses Sommer Atiso Kuledomey aus dem Kasapa-Center begrüßen. Der westafrikanische Musiker wird einige Konzerte geben und Trommel-workshops der Musikschule leiten.

Zum Kasapa-Center, einer internationalen Begegnungsstätte an der ghanaischen Atlantikküste, unterhält die Musikschule schon seit längerem gute Kontakte. Erst Mitte Februar kehrte die Trommelgruppe Akwaaba mit vielen Eindrücken und neuen Rhythmen im Gepäck aus Ghana zurück.

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