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Facelifting in Nord

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Sechs Wohnblöcke bekommen einen frischen Anstrich

Die Fassade lebt: Algen siedeln sich auf Gebäudefassaden an und sorgen für unansehnliche Verfärbungen. Mit Hochdruckreiniger und spezieller Farbe geht die HWB gegen die unliebsamen Untermieter vor.

Knapp zehn Jahre nach ihrer Sanierung verschwinden in Hennigsdorf Nord die Wohnblöcke der HWB einer nach dem anderen hinter Baugerüsten, um nach kurzer Zeit mit gelifteter Fassade wieder hervorzutreten. In den letzten Jahren hatten sich an den Fassaden unansehnliche dunkle Flecken gebildet. Dabei handelt es sich aber nicht, wie man vermuten könnte, um Schmutzablagerungen aus der Luft, sondern um Algen. Luft- und Erdalgen aus der Gruppe der Grünalgen (Chlorophyta) siedelten sich auf der Fassadenoberfläche an. Die nur etwa zehn Mikrometer kleinen einzelligen Organismen vermehren sich durch Zellteilung, und unter günstigen Lebensbedingungen verdoppelt sich ihre Zahl alle vier Stunden. Da ist es nur eine Frage der Zeit, wann die mikroskopisch kleinen Algen sich zu großflächige Kolonien entwickeln.

Das Problem des Algenbewuchses ist eine direkte Folge der Anfang der 90er Jahre erfolgten Wärmedämmung. Die äußere Schicht einer Vollwärme-Dämmfassade hat nur ein sehr geringes Wärmespeichervermögen. Nach Sonnenuntergang sinkt hier die Temperatur innerhalb weniger Minuten um 20 Grad und mehr. Da die Fassadenoberfläche dann kälter als die Umgebungsluft ist, bildet sich Kondenswasser auf der Fassade – und damit eine ideale Voraussetzung für das Algenwachstum. Nicht gedämmter Beton kann dagegen sehr gut Wärme speichern – er kühl nur langsam aus. Weshalb sich auch kein Kondenswasser auf dessen Oberfläche sammelt und somit eine wichtige Voraussetzung für das Wachstum von Mikroorganismen fehlt.

Da Algen ihre Nährstoffe selbst erzeugen beziehungsweise aus dem Wasser der der Atmosphäre gewinnen, greifen sie die Bausubstanz nicht an. Im Gegensatz zu anderen Organismen besitzen sie auch keine Wurzeln, die in den Untergrund eindringen können. Sekundär können jedoch auch Algen zu Schäden führen: Wenn sich Symbiosen zwischen Algen und Pilzen bilden. Das heißt, auf den Algen siedeln sich Pilze an und deren Mycel wächst durch den Untergrund oder den Anstrich. Durch das Pilzmycel kann Wasser in den Untergrund eindringen und Schäden verursachen.

Obwohl Algenbewuchs primär ein rein ästhetisches Problem darstellt, hat die HWB sich entschlossen, die Fassaden von sechs Wohnblöcken zu reinigen und mit einem Wasser abweisenden und das Algenwachstum hemmenden Anstrich zu versehen. Für diese optische Aufwertung der Gebäude investiert die HWB insgesamt 460 000 Euro.

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