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Es geht weiter im Cohnschen Viertel

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Im September will die HWB mit der Sanierung zweier weiterer Blöcke beginnen

Abgesehen von den Neubauten der HWB ist die 2000 begonnene Revitalisierung des Cohnschen Viertels im letzten Jahr ins Stocken geraten. Nachdem die HWB die Sanierung ihres Wohnungsbestandes bereits Ende 2001 abgeschlossen hatte, passierte in den anderen Bereichen des Wohngebiets nichts.

In den unsanierten Bereichen stieg der Leerstand inzwischen auf 30 Prozent an. Vor allem alt eingesessene Mieter verließen ihr Quartier. Sie hatten die Hoffnung auf eine schnelle Verbesserung der Wohnverhältnisse verloren, da die Cohnsche Erbengemeinschaft und die TLG Immobilien GmbH für die in ihrem Besitz befindlichen über 700 unsanierten Wohneinheiten keinen Käufer fanden.

Ein vom Bürgermeister initiierter „Runder Tisch zum Cohnschen Viertel“ brachte im April alle Eigentümer, Kaufinteressenten und Vertreter des Potsdamer Ministeriums für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr (MSWV) zusammen und damit wieder Bewegung in die fest gefahrene Situation. TLG und Erbengemeinschaft rückten von ihrer Maximalforderung, die Wohnungen nur als
Gesamtpaket zu veräußern, ab und beseitigten somit die größte Hürde für potenzielle Investoren. Das MSWV signalisierte trotz der angespannten Haushaltslage Bereitschaft, den weiteren Erneuerungsprozess des Cohnschen Viertels mit Fördermitteln zu unterstützen.

Um den Prozess anzuschieben, machte die HWB den Anfang. Bereits Ende April kaufte sie von der TLG 114 Wohnungen an der Nauener Straße, Falkenstraße und An der Wildbahn. Die fünf Blöcke runden den HWB-Bereich im Quartier städtebaulich ab und ergänzen den Wohnungsbestand um Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen. Bisher konnte die Nachfrage nach solchen Wohnungsgrößen im Cohnschen Viertel kaum befriedigt werden. Bereits im September will die HWB mit der Sanierung der beiden Wohnblöcke Nauener Straße 14/16/18 und Falkenstraße 16/18 beginnen. Auf Grund der knappen Fördermittel wird die HWB die insgesamt 30 Wohnungen freifinanziert sanieren und vor allem Familien anbieten, die eine moderne Wohnung im Zentrumsbereich suchen. „Um die fünf Euro pro Quadratmeter wird die Netto-Kaltmiete liegen“, erklärt HWB-Geschäftsführer Holger Schaffranke.

Im Zuge der Sanierung bekommen die Blöcke ein neues Dach und neue Isolierfenster, moderne Bäder werden eingebaut und sämtliche Versorgungsmedien erneuert und alle Wohnungen an das städtische Fernwärmenetz angeschlossen. Bis auf drei Wohnungen im Giebelbereich der Nauener Straße 14 erhalten alle Wohnungen einen Balkon. Die Mieter der Erdgeschosswohnungen haben vom Balkon einen direkten Zugang zu einem kleinen Mietergarten.

Im Unterschied zu den in den letzten Jahren von der HWB im Cohnschen Viertel sanierten Gebäude bekommen die neuen Blöcke eine Innenwärmedämmung. Dies machen die seit Februar 2002 gültigen verschärften Anforderungen der Energie-Einsparverordnung erforderlich. Zur Finanzierung der zusätzlichen Maßnahme zur Reduzierung des Wärmeenergiebedarfs und damit zur Minderung der Kohlendioxidemission kann die HWB zinsgünstige Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch nehmen. Insgesamt investiert die HWB rund 1,75 Millionen Euro in die Sanierung der beiden Blöcke, die voraussichtlich bis zum Jahresende abgeschlossen sein wird.

Den von den Baumaßnahmen betroffenen Mietern stellt die HWB bis zum Abschluss der Sanierungsarbeiten eine Umsetzwohnung als Zwischenlösung zur Verfügung. Mieter, die nicht in ihre alte Wohnung zurück ziehen wollen, können eine andere aus dem Bestand der HWB wählen. Im Cohnschen Viertel sind zur Zeit allerdings keine Wohnungen frei.

Die Mieter des Eckblocks Falkenstraße 10/12/14 und An der Wildbahn 11/13/15 haben noch etwas Zeit, bis Bauleute das Kommando im Haus übernehmen. Die Sanierung ist für das zweite Quartal 2004 geplant.

Um die 48 Wohnungen in diesem Block auch weiterhin in der Belegungsbindung
zu halten und zu besonders günstigen Konditionen vermieten zu können, hat die HWB für die erforderlichen Baumaßnahmen Fördermittel bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) beantragt. Die derzeitigen Netto-Kaltmieten steigen damit lediglich um eine förderrechtlich erlaubte Modernisierungsumlage in Höhe von 1,53 Euro pro Quadratmeter. Abstriche an Umfang und Qualität der Sanierung sind damit aber nicht verbunden.

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