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Energie sparen als europäische Aufgabe

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Stadtwerke und HWB wollen gemeinsam mit Partnern aus anderen europäischen Staaten nach neuen Wegen suchen, die Wärmekosten langfristig zu stabilisieren.

Die Ausgangssituation
Der Winter 2005 könne der teuerste der Nachkriegsgeschichte werden, befürchtet
Mieterbund-Direktor Franz-Georg Rips. Die extrem gestiegenen Weltmarktpreise für Öl und Gas sorgen dafür, dass Heizen immer teurer wird. Die Wärmekosten weisen unter den Betriebskosten den höchsten Anteil auf. Vor diesem Hintergrund rücken Fragen einer effektiven Wärmedämmung, optimalen Ausnutzung der Energie und des Umgangs mit Wärmeenergie zunehmend in den Fokus. Zudem haben sich mit dem explodierenden Öl- und Gaspreis die wirtschaftlichen Chancen für den Einsatz regenerativer Energien zur Wärmeversorgung deutlich verbessert.

Das Ziel
Nur durch die Nutzung alternativer Energiequellen oder den Einsatz nachwachsender Rohstoffe für die Wärmeerzeugung lassen sich die Kosten für
die Wärmeversorgung und die Ölpreisentwicklungen perspektivisch entkoppeln. Die Wärmeversorgung muss sich von den fossilen Energieträgern langfristig emanzipieren.


Der Weg

Um diesem Ziel näher zu kommen, setzen die Stadtwerke Hennigsdorf und die HWB auf Kooperation im europäischen Maßstab. Im Rahmen der EU-Gemeinschaftsinitiative INTERREG III B CADSES wollen die Stadtwerke und die
HWB mit neun weiteren Partnern aus Deutschland, Tschechien, Polen, Bulgarien,
Rumänien und der Slowakei Möglichkeiten einer „effizienten und kostengünstigen Energieversorgung von Stadtquartieren unter Einbeziehung regenerativer Energien“ untersuchen. Die einzelnen Projektpartner widmen sich unterschiedlichen, in „Arbeitspaketen“ gebündelten Aspekten dieser sehr komplexen Aufgabe. Ziel ist es, dass am Schluss jeder Teilnehmer auf die Ergebnisse der anderen Projektpartner zurückgreifen kann.

Der Fahrplan
Anfang November 2005 hat die Stadt Hennigsdorf als „Lead-Partner“ des Projektes die Antragsunterlagen mit einem Gesamtvolumen von 1,74 Millionen Euro bei der EU eingereicht. Wenn sie dem Antrag zustimmt und die notwendigen Fördermittel in Höhe von zirka 1,3 Millionen Euro bewilligt, beginnen
die Projektpartner voraussichtlich im März 2006 mit ihrer Arbeit.

Die Ziele der HWB
Die Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft will durch ihre Projektbeteiligung
die bislang ergriffenen Maßnahmen zur energetischen Verbesserung ihres Wohnungsbestandes fortführen und ausbauen.

Ein geplanter Schritt ist die Einführung der funkbasierten Fernauslesung des Wärmeenergie- und des Wasserverbrauches in zirka 900 Wohnungen sowie der Aufbau einer „Energieplattform“ im Internet. Hier haben die Nutzer die Möglichkeit, ihre momentanen Verbrauchswerte in „Echtzeit“ zu kontrollieren und zu beeinflussen. Zudem soll die „Energieplattform“ als Informationsquelle rund um das Thema „Rationeller Umgang mit Energie“ ausgebaut werden.

Die im Solarhaus gewonnenen Erfahrungen und Modellrechnungen zeigen, dass sich durch ein „optimiertes energetisches Gebäudemanagement“ in Verbindung
mit einem „kostenbewussten“ Heizverhalten der Bewohner die Wärmekosten um zehn bis 20 Cent pro Quadratmeter und Monat reduzieren lassen.

In einem zweiten Projektbeitrag plant die HWB die vorbereitenden Untersuchungen für Sanierung, Umbau und energetische Optimierung eines Wohngebäudes, dass in betreute Seniorenwohnungen umgenutzt werden soll.

 

Wofür stehen INTERREG und CADSES

Um dem Ideal eines einheitlich entwickelten Europa näher zu kommen, hat die EU-Kommission 1996 die EU-Gemeinschaftsinitiative INTERREG zur Förderung der wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und territorialen Zusammenarbeit in Europa aufgelegt. Sie stellt EU-Fördermittel für die Zusammenarbeit von Städten und Regionen in transnationalen Kooperationsräumen zur Verfügung. INTERREG bietet lokalen und regionalen Akteuren die Möglichkeit, auf europäischer Ebene
Erfahrungen auszutauschen und zu kooperieren.

Das Akronym CADSES steht für den Kooperationsraum Central European, Adriatic, Danubia, South-Eastern European Space (Mitteleuropäischer, Adriatischer, Donau- und Südosteuropäischer Raum) und umfasst die neun EU-Mitgliedsstaaten Deutschland, Österreich, Italien, Griechenland, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn sowie die Länder Albanien, Bosnien-Herzegowina, Rumänien, Bulgarien, Jugoslawien, Kroatien, Mazedonien,
Moldawien und die Ukraine. In Deutschland zählen die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zum Kooperationsraum.

Schwerpunkte des Programms

  • Förderung von Raumentwicklungsansätzen und -aktionen für wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt.
  • Effiziente und nachhaltige Verkehrssysteme und Zugang zur Informationsgesellschaft
  • Förderung und Management von Landschaften und des Natur- und Kulturerbes
  • Umweltschutz, Ressourcenmanagement und Risikovorbeugung
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