www.wohnen-in-hennigsdorf.de

„Die Unterstützung muss auch in Zukunft erhalten bleiben“

Ihre Bewertung: Keine

Welche Bedeutung misst die Landespolitik der Schaffung seniorengerechter Wohnangebote bei? Das HWB-Journal fragte den Hennigsdorfer SPD-Politiker Thomas Günther

Herr Günther, das Land hat mit der AufzugsR“ ein neues Förderprogramm, das die Nachrüstung von Wohnhäusern mit Aufzügen bezuschusst, auf den Weg gebracht. Warum leistet sich das Land angesichts der an gespannten Haushaltslage so ein Programm?
Die Aufzugsförderung ist Teil eines Konzeptes, das innerhalb der Landesregierung eine hohe politische Priorität hat. Wir wollen gute Wohn- und Lebensbedingungen für die steigende Zahl älterer Menschen und zugleich für Familien mit Kindern schaffen. Ein Aufzug ist da ein gutes Beispiel, er kann sowohl einen Rollstuhl als auch einen Kinderwagen aufnehmen. Außerdem wird die Vermietbarkeit der oberen Etagen verbessert. Das ist in Brandenburg besonders wichtig für Regionen mit großem Wohnungsleerstand.


Haben alle Antragsteller eine Chance auf die Förderung?

Mit einem Volumen von 35,7 Millionen Euro zählt das Förderprogramm eher zu den kleinen. Es wird bei Weitem nicht für alle Geschosswohnungen in Brandenburg reichen, zumal seit Jahresanfang bereits 150 Anträge vorliegen. Ein Zeichen dafür, wie gut das Programm angenommen wird.


Besteht zwischen den politischen Lagern Konsens darüber, dass das Angebot an seniorengerechtem Wohnraum ausgebaut werden sollte?

Es gibt einen erstaunlich breiten Konsens. Erst im Januar hat der Landtag einen Antrag der Regierungskoalition zur Neuausrichtung der Wohnraumförderung beschlossen – einstimmig. Das Parlament spricht sich darin unter anderem für die Aufzugsförderung und eine Richtlinie zum Zurück in die Stadt. Die HWB will Bauland für Einfamilienhäuser im Zentrum von Hennigsdorf erschließen seniorengerechten Umbau bestehender Wohnungen aus.


Sind Ihrer Meinung nach weitere Fördermaßnahmen des Landes oder des Bundes erforderlich, um den Ausbau seniorengerechter Wohnangebote zu forcieren? Oder sehen Sie hier in erster Linie die Wohnungsgesellschaften und Immobilieneigentümer in der Pflicht?

Bislang war die Nachrüstung von Aufzügen für die Wohnungsunternehmen oft nicht wirtschaftlich zu bewältigen. Wir können jetzt dazu einen Anstoß geben. Die
Unterstützung muss auch in Zukunft erhalten bleiben, sie wird sich aber auf Problemgebiete beschränken. Auf die Wohnungsunternehmen wird deshalb mehr
Verantwortung zukommen. Die Nachfrage der Mieterschaft nach seniorengerechtem Wohnraum wird noch weiter steigen. Deshalb haben weitsichtige Vermieter schon vor einiger Zeit reagiert und werden jetzt auch den Ball der neuen Förderung gerne aufnehmen.

Loggen oder registrieren um einen Inhalt zu taggen