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Die Müllschleuse hat sich in der Praxis bewährt

Ihre Bewertung: Keine

Deutlich weniger Hausmüll / Nur an wenigen Standorten gibt es Probleme

„Unsere Erwartungen wurden eindeutig übertroffen“, erklärt Sabine Kostorz, Leiterin des Bereiches kommunale Dienstleistungen der AWU in Velten. In den ersten vier Wochen der Testphase der „Zwickauer Müllschleuse“ sank das Hausmüll-Aufkommen um durchschnittlich 75 Prozent.

Dieses Ergebnis resultiert aus der konsequenten Mülltrennung der Mehrzahl der Mieter. Statt im grauen Hausmüll-Container landen jetzt deutlich mehr Getränkekartons, Joghurtbecher und sonstige Verpackungen mit dem „Grünen Punkt“ dort, wo sie hingehören. In der gelben Tonne. Zum Ende der ersten vier Wochen des Testbetriebes weist die AWU-Statistik mehr als doppelt so viel entleerte gelbe Container wie vor der Einführung der Müllschleuse aus.

Diese überaus erfreuliche Zwischenbilanz zeigt, dass die übergroße Mehrheit
der Mieter das neue System akzeptiert, mit dessen Handhabung zurecht kommt und die Vorteile der Müllschleuse konsequent nutzen will. Gerhard Dombrowski, Leiter des Bereiches Bestandsentwicklung der HWB, zieht ebenfalls eine erste positive Zwischenbilanz. An fast allen 29 Müllschleusen-Standorten haben sich
die Mieter binnen kürzester Zeit auf das neue System eingestellt und die
Technik funktioniert alles in allem fehlerfrei. Gelegentlich kommt es vor, dass Mieter beim Öffnen der Einwurfklappe noch den Müllbeutel ihres Vornutzers darin finden. Die Ursache für dieses Problem sind so genannte „Schüttkegel“. Diese „Müllberge“ direkt unter der Einwurfklappe verhindern, dass der Müllbeutel aus der Klappe in den Container fallen kann, obwohl dieser noch längst nicht voll
ist. „Dieses Problem lässt sich einfach beheben“, erklärt Sabine Kostorz. Denn die Mieter mehr Müll in die Beutel füllen und diese dann straffer und schwerer sind, folgen sie auch dem Gesetz der Schwerkraft und bilden keinen Schüttkegel. Zumal ein praller Beutel am Ende genauso viel kostet wie ein schlaffer Sack.

Erheblich größere Sorgen bereitet der HWB zur Zeit noch der Müllplatz Albert-Schweizer-Straße. Trotz umfassender Informationen von Seiten der HWB scheint ein Teil der Mieter die Müllschleuse völlig zu ignorieren. Statt in die Schleuse, werfen sie ihren unsortierten Müll in die gelben Wertstofftonnen oder stellen ihn einfach daneben. Das Resultat sind überquellende Wertstoff- und Papier-Container und ein völlig verdreckter Müllplatz. „In diesem Fall ist sogar unser Müllsortierer machtlos“, erklärt Gerhard Dombrowski. 18 der 19 „vermüllten“ gelben Tonnen, die die AWU in den ersten vier Wochen zählte, gehen auf das Konto der Albert-Schweizer-Straße. Alle Mieter an diesem Standort sollten sich aber darüber im klaren sein, dass die mit Hausmüll durchsetzten gelben Container und die Reinigung des Müllplatzes die Kosten für die Müllentsorgung in die Höhe treiben. Statt der prognostizierten Senkung der Betriebskosten müssen sie mit steigenden Forderungen rechnen. Die illegale Entsorgungspraxis geht zu Lasten all jener Mieter, die ihren Müll trennen und in die dafür vorgesehenen Container werfen. Dieser Zustand ist nicht zu akzeptieren. Daher wird die HWB diesen Problem-Standort verstärkt kontrollieren, um die Müllsünder
zu identifizieren und ihnen die von ihnen verursachten Kosten in Rechnung stellen.

 

Nicht Bohren, Häkeln!

Wohin mit der Transponderkarte? Diese Frage hat sich bestimmt schon so mancher Mieter gestellt. „Wir haben uns mit dem Problem auch schon beschäftigt“, sagt Sabine Kostorz von der AWU, „aber auch noch kein wirkliches Patentrezept gefunden“. Auf keinen Fall dürfe die Karte aber angebohrt werden,
um etwa einen Schlüsselring daran zu befestigen. Beim Bohren könnte der Übertragungsstreifen im Innern der Karte beschädigt werden und sie wäre damit unbrauchbar. Eine Mieterin aus der Friedrich-Engels-Straße löste das Problem auf handwerkliche Art. Sie hat der Karte ein kleines Täschchen gehäkelt.

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