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Der erste Winter ohne Kohlen

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Sanierung des Cohnschen Viertels geht zügig voran

In unserer letzten Ausgabe berichteten wir über den Sanierungsstart im Cohnschen Viertel. Heute, knapp vier Monate später, steht der erste Bauabschnitt kurz vor seiner Fertigstellung und die sicherlich nicht einfache Sanierungszeit mit Baulärm und Staub hat für die Mieter ein Ende.

Die Zeit ist schnelllebig. Innerhalb von einem knappen halben Jahr hat sich das Bild der Nauener Straße völlig verändert. Trotz der Bauzäune, provisorischen Gehwege und aufgewühlten Grünanlagen braucht es nicht mehr viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie es hier nach Abzug der Bauarbeiter aussehen wird. Schon heute sind viele Details klar zu erkennen.

Vom Konradsberg hat man einen guten Blick auf die Sonnenkollektoren auf den Dächern und die neuen Balkons der Häuser südlich der Nauener Straße. Die frisch gemalerten Fassaden strahlen hell im herbstlichen Sonnenlicht – das leuchtende Rostrot der Haustüren unterstreicht den freundlichen Gesamteindruck.

Noch stören Handwerker die mittägliche Ruhe in der Nauener Straße. Bauarbeiter verlegen Gehwegplatten und Pflastersteine vor den Häusern. Im Aufgang der Nauener Straße 34 dröhnt eine Bohrmaschine. Wie an allen Klingelknöpfen der Nummer 34 fehlt auch bei Familie Kickhefer noch das Namensschild. „Das wollte ich schon selber machen“, sagt Elfriede Kickhefer, „aber die Handwerker haben gesagt, dass sie das erledigen“. Die Bohrmaschine im Hausflur hört sie kaum noch – „eine Sache der Gewöhnung“, sagt Frau Kickhefer. „Die Handwerker waren nett, es hat alles ganz gut geklappt und schön ist das Haus auch geworden“, fasst sie ihre Sicht auf das Sanierungsgeschehen zusammen. „Schwer war es aber auch, vor allem der viele Dreck: im Hausflur, in der Wohnung, überall.“. Und wenn es doch Probleme gab, ist die resolute Rentnerin zu Frau Mann von der HWB gegangen – „die hat sich dann gekümmert“.

Seit 1965 wohnt Familie Kickhefer in der Drei-Zimmer-Wohnung in der Nauener Straße – damals noch zwei Erwachsene und zwei Kinder auf 60 Quadratmetern. „Zu klein war uns die Wohnung aber nie“, sagt Frau Kickhefer. In den 35 Jahren, die die Familie jetzt in der Nauener Straße wohnt, ist an den Häusern nicht viel passiert. Die Wohnung haben sie immer selber renoviert. Mit der Zeit kannten sie auch die Tücken ihres Heims und wussten diese zu meistern. „Wenn wir um Beispiel unsere Waschmaschine anstellen wollten, mussten wir vorher alle anderen Elektrogeräte ausschalten“, erzählt Horst Kickhefer. „sonst flog die Sicherung raus.“

Das Problem mit den Sicherungen ist jetzt gelöst. Nicht nur bei Familie Kickhefer wurde die komplette Elektroanlage modernisiert: Leitungen, Verteilung, Steckdosen und Schalter sind neu. Dass für ihre Waschmaschine jetzt in dem kleinen Bad kein Platz mehr ist, bedauert Frau Kickhefer. Die Installateure hatten ihr versprochen, dass die Waschmaschine nach der Sanierung wieder ins Bad passt. „Bei der ganzen Arbeit müssen sie dann aber meine Bitte vergessen haben“, sagt Frau Kickhefer. „Als wir Abends nach Hause kamen, war es jedenfalls zu spät“. Der Platz neben der Toilette ist für die große Waschmaschine zu klein. Die steht jetzt im Keller, im eigens dafür vorgesehenen Raum. Hier hat jede der sechs Mietparteien ihren eigenen Wasser- und Stromanschluss. „So bleiben wir wenigstens in Bewegung“, sagt Herr Kickhefer mit einem Schmunzeln. „Wo wir jetzt doch schon keine Kohlen mehr aus dem Keller holen müssen“.

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