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Demokratisch geplant

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Mehrheit für den Rahmenplan des Cohnschen Viertels

Bereits im April diesen Jahres hatte die Mehrheit der Stadtverordneten für die Erhaltungssatzung des Cohnschen Viertels votiert. Nach öffentlicher Auslegung und einigen Änderungen nahm Mitte Juli auch der Rahmenplan die letzte parlamentarische Hürde. Mit 17 Ja- bei 11 Gegenstimmen verabschiedete die Stadtverordnetenversammlung den Abwägungsbeschluss.

Wer in diesem Jahr die Debatte um den Rahmenplan für das Cohnsche Viertel in der Presse verfolgt hat, konnte den Eindruck gewinnen, dass hier unversöhnliche Interessengegensätze aufeinander prallen. Die Stadtverwaltung als Auftraggeber des Plans und die Mehrheit des Stadtparlaments auf der einen Seite, auf der anderen Hennigsdorfer Bürger – vor allem Garagen- und Kleingartenbesitzer – und Teile der Oppositionsfraktionen.

„Das liegt in der Natur eines demokratischen Verfahrens“, sagt Planungsamts-Chefin Jutta Pauluhn. „Kritiker melden sich zu Wort und geben bei der öffentlichen Auslegung des Planes ihre Einwände zu Protokoll.“ Sie wollen schließlich Änderungen zu ihren Gunsten erreichen.

Neben den kritischen Stimmen registrierten die Mitarbeiter des Planungsamtes aber auch viel positive Resonanz auf den Rahmenplan – vor allem von Mietern des betroffenen Quartiers. „Nur geben diese Bürger ihre Meinung nicht zu Protokoll,“ erklärt Jutta Pauluhn, und bleiben so in dem Verfahren ungehört. Deshalb täusche auch der Eindruck, dass der Rahmenplan überwiegend auf Ablehnung stieß und gegen alle kritischen Einwände durchgesetzt wurde.

Wo sich überzeugende Argumente und Mehrheiten für Änderungsvorschläge fanden, wurden diese auch berücksichtigt. So verzichtet der jetzt gültige Rahmenplan auf die Verdichtung der Innenhöfe zwischen Falken- und Bergstraße. Die beiden hier vorgesehenen Neubauten mit jeweils zwei Wohnungen hat das zuständige Planungsbüro gestrichen.

Keine Abstriche gibt es hingegen an den Verdichtungs- und Gestaltungsplänen für die anderen Innenhöfe. Das oft genannte Gegenargument, dass Neubauten unnötig seien, da schon jetzt zu viele Wohnungen in Hennigsdorf leer stehen, ist zu kurz gegriffen. Der Run auf die altersgerechten Wohnungen in dem Neubau Nauener Straße 17 zeigt, dass es an bedarfgerechtem Wohnraum fehlt.

Ob und wann die Neubauten – vor allem in den Quartieren zwischen Fontane- und Falkenstraße – realisiert werden, ist aber Sache der Grundstücksbesitzer. Eine Pflicht zum Bauen ist mit dem Rahmenplan nicht gesetzt. Da er aber klare Obergrenzen vorgibt, schützt er die Anwohner vor Überraschungen. „Die maximale Größe und Höhe der Häuser ist definiert“, erklärt Jutta Pauluhn „und kann nicht überschritten werden“.

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