www.wohnen-in-hennigsdorf.de

Chip für die Tonne

Ihre Bewertung: Keine

Computer machen Müllentsorgung transparent

Ein Mausklick genügt und die Tonne ist leer. So einfach lässt sich nur virtueller Datenmüll von der Festplatte des Computers entsorgen. Realer Hausmüll wird wohl immer eine Sache der Müllabfuhr bleiben. Das heißt aber nicht, dass die Müllentsorgung heute ohne Computertechnik auskommt.

Am 1. Januar 2001 will das Amt für Abfallwirtschaft des Landkreises ein Abfallbehälter-Identifikationssystem einführen. Hinter diesem Wortungetüm verbirgt sich ein recht einfaches Prinzip. „Jede Mülltonne wird mit einem individuellen Code gekennzeichnet“, erklärt Amtsleiter Jürgen Kart das neue System. „So lässt sich genau registrieren, wessen Tonne wann genau entleert wurde.“ Zur Kennzeichnung der Abfallbehälter dienen sogenannte Transponder. Das sind schwarze Kunststoffzylinder – kleiner als ein Eishockeypuck. Für das Auge unsichtbar verbirgt sich in dessen Innern ein Chip. Und auf diesem sind ihr genauer Standort und der Grundstückseigentümer codiert gespeichert. Bei der Entleerung der Tonne liest ein Scanner am Müllfahrzeug den Code ein und der Bordrechner des Fahrzeuges registriert Datum und Uhrzeit der „Kippung“. Die gesammelten Daten liefert der Abfallentsorger täglich an die Kreisverwaltung und die erstellt dann auf Grundlage der Daten die Gebührenbescheide für die Grundstückseigentümer.

„Der Vorteil des neuen Systems liegt auf der Hand“, sagt Kart, „die Müllentsorgung wird transparenter.

Streitfälle lassen sich vermeiden, denn jede Kippung ist mit Datum und Uhrzeit nachprüfbar – die eingesetzte Technik ist manipulationssicher.“ Das System bringt aber noch weitere Vorteile mit sich. So beugt es dem Diebstahl von Mülltonnen vor. Denn mit dem Code ist der Behälter genau einem Standort zugeordnet, und wenn dieser nicht stimmt – weil die Tonne gestohlen ist – wird der Behälter nicht geleert, ist für den Dieb damit also wertlos, erklärt Kart. Auch dass mit dem neuen System der Kauf von Müllmarken für die Grundstückseigentümer entfällt, sieht Kart als Vorteil.

Weit wichtiger aber ist das mit dem Ident-System verbundene Rationalisierungspotenzial für das Entsorgungsunternehmen. „Die AWU kann ihre Touren effektiver planen, unter dem Strich braucht sie durch die Einführung der Chip-Tonne weniger Personal für die Müllabfuhr“, erklärt der Leiter des Amtes für Abfallentsorgung. „Und deshalb können wir trotz steigender Personalkosten die Müllgebühren konstant halten“.

Loggen oder registrieren um einen Inhalt zu taggen