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Ob Balkon mit Sonnenschutz, superschneller Internetanschluss oder Wäschetrockenplatz – die Planer haben an alles gedacht

Sanierung und Modernisierung bringen für die Bewohner des Cohnschen Viertels eine erhebliche Verbesserung des Wohnwertes und verwandeln das einstige „Schmuddelkind“ in eine attraktive Wohnlage im Zentrum von Hennigsdorf.

80 Prozent der Wohnungen im Viertel sind kleine 2-Raum-Wohnungen. Teilweise gerade einmal 37 Quadratmeter groß. „Um die Siedlung für Familien mit Kindern attraktiver zu machen“, erklärt der Architekt Wolf-Rüdiger Schwarz, „verändern wir in drei Aufgängen des ersten Bauabschnitts die Wohnungsgrundrisse. Aus drei kleinen 2-Raum-Wohnungen machen wir zwei 3-Raum-Wohnungen“. Ursprünglich wollte die HWB auf diese Art noch mehr größere Wohnungen schaffen. Eine Sozialstudie unter den Bewohnern des Cohnschen Viertels hat aber ergeben, dass viele gern in ihrem angestammten Quartier bleiben wollen, sich aber keine größere Wohnung leisten können.

Den Bedarf an größeren Wohnungen wird der Neubau in der Nauener Straße decken. Insgesamt 14 freifinanzierte – überwiegend 3- und 4-Raum-Wohnungen baut die HWB hier. „Unser Ziel ist eine Kaltmiete von zwölf Mark pro Quadratmeter“, sagt Schwarz. Mit diesem Angebot hofft er, auch gut verdienende Familien für das Cohnsche Viertel zu gewinnen – damit die soziale Mischung im Quartier stimmt.

Wie der Neubau erhalten auch die fünf HWB-Wohnblöcke südlich der Nauener Straße im Zuge der Sanierung auf der Hofseite Balkons. Dafür werden Stahlkonstruktionen an die Fassade gesetzt. Die Mieter der Erdgeschosswohnungen gelangen von ihrem Balkon über einige Stufen direkt in kleine Mietergärten. Dass die Balkons im Hochsommer nicht zum Backofen werden, dafür sorgen Jalousien aus Aluminiumlamellen. „Die Jalousien sind auf Edelstahlschienen gelagert“, erläutert der Architekt, „und die Bewohner können sie je nach Sonnen- und Lichtverhältnis horizontal verschieben“. Die Jalousien schützen aber nicht nur vor zu viel Licht und Sonne, sie sorgen auch für eine „bewegte“ Fassade.

Die Wohnungen auf der anderen Seite der Nauener Straße bekommen keine Balkons. Denn diese müssten aus Gründen des Denkmalschutzes auf der Nordseite der Häuser angebracht werden. Dort wären sie aber ohne Sonne. „Die Kosten für den Anbau der Balkons stehen in keinem Verhältnis zu deren Nutzen für die Mieter“, begründet Schwarz den Verzicht.

Grauer und bröckliger Putz prägt heute noch das Bild der Häuser im Viertel. Nach der Sanierung werden sie hell und freundlich strahlen. Rostrote Haustüren und Kellerfenster setzen farbige Akzente zur sandfarbenen Fassade. Die kaputten Terrakottaelemente werden ersetzt. Wie schon die Originale vor 50 Jahren stammen sie aus der Werkstatt von Hedwig Bollhagen in Marwitz.

Auf die sonst übliche Wärmedämmung der Fassaden muss die HWB leider verzichten. Der Denkmalschutz verbietet eine Außendämmung, und die geplante Dämmung im Innern ist aus bauphysikalischen Gründen nicht möglich. „Wir bekämen Probleme mit der Feuchtigkeit“, erläutert der Architekt. „Das Mauerwerk würde die natürliche Feuchtigkeit statt nach außen, in die Wohnungen abgeben. Schimmelbildung wäre die Folge.“

Damit die Wärme trotzdem in den Wohnungen bleibt, werden die alten Kastenfenster aufgearbeitet – zumindest dort wo es lohnt. Denn die Qualität der Fenster war schon als sie eingebaut wurden nicht sonderlich gut. Deshalb werden wohl die meisten Originalfenster durch moderne Holzfenster mit Isolierverglasung ersetzt.

Mit einem Breitbandkabelnetz schafft die HWB im wahrsten Sinne des Wortes den Anschluss an das Kommunikationszeitalter. Über dieses Netz können die Mieter nicht nur Rundfunk und Fernsehen empfangen, es ist zugleich auch der Eingang in die virtuelle Welt des Internet. Die neue Technologie bietet ihren Nutzern bis zu zehnmal höhere Übertragungsgeschwindigkeiten als ein heute üblicher ISDN-Anschluss.

Neben Hightech haben die Planer aber auch an so „profane“ Dinge wie Wäschetrockenplätze gedacht. Da sich auch im 21. Jahrhundert das Leben nicht nur im Internet abspielt, richtet die Wohnungsbaugesellschaft auf den grünen Höfen Nachbarschaftsplätze ein. Dort können die Mieter sich treffen, zusammen sitzen und plaudern, grillen und feiern. Und nebenan toben die Kinder auf dem Spielplatz.

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